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Informationen zum Fotoprojekt:

Die fränkische Seherin Sibylle Weiß kehrt nach über 700 Jahren zurück

Fotoausstellung im Ailsbacher Hirtenhaus
vom 13.11. bis 05.12.2004

Panoramafoto: Die fränkische Seherin Sibylle Weiß auf dem Esel reitend

Nach über 700 Jahren meldet sich die Seherin Sibylle Weiß aus dem 13. Jh. wieder zu Wort, wird sichtbar, berührbar, lebendig, erfahrbar. Am Mittwoch, den 8. September 2004 ritt sie mit ihrem Esel wieder in ihrer ursprünglichen Heimat zwischen Ailsbach und dem Lauberberg (zwischen Sterpersdorf und Weidendorf) umher und wurde fotografiert.

Fotografik: Die Seherin betet vor dem Bildnis des Hl. Antonius von Padua (Kombination aus Foto und mittelalterlicher Buchmalerei)

Aus den Fotos entstanden Fotografiken, Kombinationen aus Fotografie, gotischem Schriftbild und mittelalterlicher Buchmalerei, die in einem der beiden Ausstellungsräume des Ailsbacher Hirtenhauses umrahmt von mittelalterlicher und klassischer Musik gezeigt werden. In einem zweiten Ausstellungsraum wird der Ort Ailsbach und seine Bewohner fotografisch dokumentiert wie er heute ist. Ein Gegensatz zur mittelalterlichen Lebensweise der Sibylle Weiß.

Foto: Die Seherin zeichnet in der Nacht bei kerzenschein ihre Visionen auf

Die Seherin erzählt aus ihrem außergewöhnlichen, frommen Leben und teilt ihre Beweggründe für ihre Lebensgestaltung mit.

Fotografie/Nah-Porträt: Die Seherin betet vor dem Bildnis des Hl. Antonius von Padua

Die Sibylle Weiß, dargestellt von dem 24-jährigen Fotomodell "Angela" aus Schwabach, ist an den beiden feierlichen Eröffnungstagen der Fotoausstellung, bekleidet mit ihrer Gewandung aus dem 13. Jh., persönlich anwesend.

Ort und Termine der Fotoausstellung:

Hirtenhaus in Ailsbach bei Höchstadt an der Aisch.

Feierlichen Eröffnung mit Ansprache und persönlich anwesender Seherin:

am Samstag, den 13.11.2004 ab 19.30 Uhr
und am Sonntag, den 14.11.2004 ab 16 Uhr.

Die Ausstellung im Ailsbacher Hirtenhaus und die Gaststätte sind geöffnet:

Mittwochs: 17.11. + 24.11. + 01.12.2004, 14 bis 18 Uhr
Samstags: 13.11. + 20.11. + 27.11. + 04.12.2004, 16 bis 22 Uhr
Sontags: 14.11. + 28.11. + 05.12.2004, 14 bis 19 Uhr

Kurzfassung der Sage von der fränkischen Seherin Sibylle Weiß:

Im 13. Jh. lebte ein frommes Edelfräulein aus dem Geschlecht derer zu Wetterau auf einem Schloss bei Ailsbach (nähe Höchstadt/Aisch). Sie heilte die Armen, las in den Sternen und sagte die nahe und ferne Zukunft voraus. Alles, was sie vorhergesagt hat, traf bis zum heutigen Tage zu. Die Leute nannten sie Sibylle Weiß. Ihr Schloss stand einst im Eichenwald zwischen Ailsbach und Lonnerstadt, dort, wo der Wolfsgraben, ein etwa 15 Meter tiefes Tal, beginnt. Früher zeigte man noch den Schlossplatz, die Brückenstelle und eine Quelle mit bestem Wasser. Fast täglich ritt die Seherin mit ihrem Esel zum Lauberberg, einer Anhöhe rechts der Aisch, zwischen Sterpersdorf und Weidendorf. Dort oben betete sie vor einem Bildnis zum Hl. Antonius von Padua. Sie nahm immer denselben Weg über den Weißbachsgrund und über die Wiesen. Wo sie hintrat, bildet sich noch heute kein Reif oder Tau. Eines Tages wurde sie beim Gebet vom Teufel heimgesucht.

Fotografik: Die Seherin wird vom Teufel heimgesucht

Ihn störte ihre Frömmigkeit, deshalb verlangte er von ihr, dass sie ihre täglichen Andachten aufgeben solle. Sie blieb standhaft. Der Teufel wurde immer zorniger und wollte ihr schließlich Gewalt antun. In Todesangst schrie sie laut: "Hl. Antonius hilf!" Da floh der Teufel in die Erde und ließ sie von da an in Ruhe. Als Dank für ihre Rettung stiftete sie die Antoniuskapelle auf dem Lauberberg. Als ihr Ende nahte, ordnete sie an: "Meine Leiche legt auf meinen Esel. Lasst ihn gehen, wohin er will. Er wird mich zur Antoniuskapelle bringen. Begrabt mich so nahe wie möglich bei der Kapelle. Wenn aber einst mein Grab von der Mauer weichen wird, dass ein Reiter herumreiten kann, dann naht der jüngste Tag."

Background-Foto: Emil Jenne fotografiert die Seherin als Tote auf dem Esel

Als sie starb, geschah, was sie angeordnet hatte. Und Ihr Grab wanderte im Laufe der Zeit tatsächlich von der Mauer weg. Die Leute versetzten daraufhin die Mauer, um den jüngsten Tag abzuwenden. Dieser wird aber dennoch kommen.

Wie kam es zu diesem Fotoprojekt?

Der künstlerische Fotograf und Journalist Emil Jenne kam während der Recherche im Rahmen eines Farbbildbandprojektes im Landkreis Erlangen-Höchstadt in dem kleinen, ruhigen Ort Ailsbach bei Höchstadt an der Aisch mit dem Sagenthema "Sibylle Weiß" in Berührung. Ein Dorfbewohner machte ihn mehrmals darauf aufmerksam. Zunächst interessierte sich der nach reinen Fakten suchende Journalist dafür nicht. Eines Nachts jedoch meldete sich die Seherin bei ihm zu Wort: "Sie haben mir alles genommen: meinen Namen, meine Aufzeichnungen und mein Grab. Hilf mir, das alles wiederzuentdecken." Über Jahre hinweg ließ den Fotografen diese kurze nächtliche Begegnung nicht mehr los. In einer ganzen Serie von Zufällen wurde er immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. Dies ermutigte ihn zur Umsetzung des fotografischen Projektes.

Background-Foto: Emil Jenne fotografiert die Seherin mit Esel in einem Wäldchen